Bernhard Cellas Installation "Video-Portrait" entstand in der Auseinanderseztung mit chinesischen Künstlerinnen und Künstlern. Den Begriff des "Videos", dessen lateinische Grundbedeutung lediglich "ich sehe" meint, interpretiert Cella dabei so direkt wie möglich, indem er den Sichtungsvorgang zeichnenderKünstler selbst wieder in den Rang eines Inhalts erhebt.

Bernhard Cellas Installation "Video-Portrait" entstand in der Auseinanderseztung mit chinesischen Künstlerinnen und Künstlern. Den Begriff des "Videos", dessen lateinische Grundbedeutung lediglich "ich sehe" meint, interpretiert Cella dabei so direkt wie möglich, indem er den Sichtungsvorgang zeichnenderKünstler selbst wieder in den Rang eines Inhalts erhebt. Was als Experiment in Nanjing, China, entstand, abstrahiert sich im Ausstellungskontext durch den Betrachter zu einem lebendigen und intensiven, teils auch unheimlichen Spielfelddes gegenseitigen Blickens und Erblicktwerdens. Im taxierenden Blick auf den Anderen manifestiert sich die subtilste und menschheitsgeschichtlich älteste Form einer actio-in-distans, wo Blicken zugemutet wird, dass sie zielen, treffen, ja töten können. Doch nicht jeder abschätzende Blick muss per se ein abschätziger sein, nicht jedes in sich ruhende Anschauen muss es mit dem Objekt, das im Fokus gehalten wird, deshalb schon übel meinen.
Die zugleich wortlose und gedankenvolle Auseinandersetzung mit der so genannten "eigenen Sicht",einer als Bild und Blick imaginierten Haltung zu sich und "dem Anderen", wird in Bewegung gesetzt. Doch wermacht den Anfang? Zeitgenössische Individuen, Künstlerinnen und Künstler, Chinesen? Die Antwortenauf solche Fragen scheinen so wenig vorgegeben zu sein wie die Sicht auf unser Selbstbild stehen,ruhen oder tanzen mag. Andreas L.Findeisen
Portrait 1, HDV, 2008
